Entstehung der Werke

Das MAGNIFICAT von Gerald Finzi (1901 – 1956) entstand 1952 und wurde den Chören der Smith and Amherst Colleges in Massachusetts gewidmet. Das empfindsame und gesanglich anspruchsvolle Werk war zunächst für den liturgischen Gebrauch gedacht, ist aber mittlerweile in England und Amerika ein in der Weihnachtszeit vielfach aufgeführtes Konzertstück.

Gerald Finzi, der besonders vom Werk J.S.Bachs beeindruckt war, schrieb überwiegend Vokalmusik, darunter sechs bedeutende Liederzyklen zu Gedichten von Thomas Hardy, populäre Hymnen und in seinen letzten Lebensjahren größere Chorwerke auf in England beliebte Texte wie For St. Cecilia, Intimations of Immortality oder In terra pax. Er war mit Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams bekannt, der ihn auch unterstützte. Ein Jahr vor dem Magnificat erfuhr Gerald Finzi von seiner unheilbaren Hodgkin-Krankheit, an der er früh verstarb.

 

Die Kantate SAINT NICOLAS von Benjamin Britten (1913 – 1976) ist 1948 für die 100-Jahr-Feierlichkeiten des Lancing-College in Sussex komponiert worden, an dem der Sänger und Freund Brittens, Peter Pears, in den 20er-Jahren Schüler war. Im Gegensatz zu dem fünf Jahre zuvor enstandenen weihnachtlichen A Ceremony of Carols, wo Britten die Besetzung auf dreistimmigen Knabenchor und Harfe beschränkte, werden in Saint Nicolas weit mehr vokale und instrumentale Mittel aufgeboten: Solo-Tenor, ein vierstimmiger Chor, ein zusätzlicher Frauenchor auf der Empore, Streichorchester, eine bunte Auswahl von Schlaginstrumenten, vierhändiges Klavier und Orgel.

Mit diesem Ensemble schuf Britten eine in mehrfacher Hinsicht beeindruckende und farbige Komposition. Die Wirkung des Textes wird an vielen Stellen durch fantasievolle Effekte gesteigert. Insbesondere der für seinen Freund Peter Pears geschriebene Solopart hat gleichermaßen lyrische wie operndramatische Höhepunkte, oft auch als kunstvolle Verschmelzung von Rezitativ und Arie.

 

HIntergrund

Nikolaus ist eine historische Persönlichkeit. Er wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhundert als Bischof von Myra in Lyken, Kleinasien, damals Teil des römischen Reichs, heute der Türkei. Nikolaus ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und wird u.a. von Russen, Kroaten und Serben als Schutzpatron verehrt. Sein Gedenktag, der 6. Dezember wird aber im gesamten Christentum begangen.

 

Nikolaus sah sich als Bischof nach den Überlieferungen nicht als machtvoller Repräsentant der Kirche, sondern vielmehr als Beschützer der Unterdrückten und Unterstützer der Armen und hat durch seine vielfach belegte Hilfsbereitschaft und seinen unerschütterlichen Glauben die Herzen der Menschen erobert.

 

Legendär ist die Verteilung seines geerbten Vermögens an die Bedürftigen. Viele Legenden und Volksbräuche sind mit der Verehrung des Heiligen verbunden, so auch der sogenannte Einlegebrauch. Das nächtliche Füllen der Schuhe am Vorabend des Gedenktages basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus mit drei goldenen Äpfel beschenkt und so vor der Prostitution gerettet wurden.

 

Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung, in einigen Ländern bis heute. Erst infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt und Nikolaus als Gabenbringer vom Christkind abgelöst. Im 19. Jahrhundert hat sich dann das US-amerikanische Brauchtum um den Weihnachtsmann Santa Claus entwickelt – Vorbote einer inzwischen weltweit überwiegend merkantilen Sichtweise auf den heiligen Nikolaus.